Fallschirmsprungausbildung

Stockdunkle Nacht, vier Kilometer über der Erde und die Flugzeugtüre steht offen. Sie haben 60 Kilo um den Leib gebunden und wissen nicht, wie die Landschaft unter Ihnen aussieht. Sprung!

Fallschirmspringer mit Hund Fallschirmspringer nach dem Absprung aus dem Flugzeug und beobachtender Soldat noch auf der Rampe Flugzeug mit Fallschirmspringer dahinter Drei Fallschirmspringer mit offenen Fallschirmen gleiten am Himmel Freier Fall eines Fallschirmspringers mit Ausblick auf die Landschaft Flugzeug mit Fallschirmspringer davor Fallschirmspringer nach der Landung liegend am Boden den Fallschirm betrachtend

Das Jagdkommando ist für die Fallschirmsprungausbildung des Österreichischen Bundesheeres verantwortlich. Alle Teilnehmer des Jagdkommando Grundkurses und des Führungsunterstützungs-Grundkurses absolvieren drei Wochen den „Rundkappenbasiskurs“. Sie lernen, einen Rundkappenfallschirm zu bedienen und zu packen. Die Ausbildung beinhaltet auch Absprünge bei Nacht mit Waffe und Gepäck auf eine unbekannte Landezone. Nach Absolvierung der kommissionellen Prüfung erhalten die Soldaten das Militär-Fallschirmsprungabzeichen in Bronze.

Freifallkurse als ideale Vorbereitung

Soldat hängt an Seilen um den Fallschirmsprung zu simulieren Landungssimulation: Intensives Training führt zu Erfolg im Einsatz

Während der fünf Wochen im „Freifallkurs I“ lernen die Teilnehmer einen Flächengleitschirm mit manueller Auslösung zu warten, zu packen und zu benutzen. Sie springen bei Tag und bei Nacht. Seit 2010 wird zunächst im Windtunnel erlernt, wie man eine stabile Freifallposition erreicht und hält.

Beim „Freifallkurs II“, der in den zwei Jahren danach absolviert werden muss, liegt das Schwergewicht auf Sprüngen unter einsatzmäßigen Bedingungen. In diesen vier Wochen lernen die Teilnehmer mit Ausrüstung und Waffe zu springen – insgesamt mit bis zu 60 Kilogramm Gepäck. Die Sprünge werden bei Tag und bei Nacht sowie auf unbekannte Landezonen durchgeführt.

Springen aus 4000 Meter Höhe

Kommandosoldaten eines luftbeweglichen Teams haben zusätzlich noch die Ausbildung für Gleiteinsätze zu absolvieren. Hier beträgt die Absetzhöhe 4000 Meter. Der Absprung erfolgt bei Nacht auf eine unbekannte Landezone, natürlich sind Gepäck und Waffe dabei. Die Teilnehmer orientieren sich per GPS und kommunizieren über Funk. Bei günstigem Wind kann mit dem Gleitschirm eine Entfernung von bis zu 16 Kilometern zurückgelegt werden. Diese Ausbildung dauert nochmals drei Wochen.

Zwei Soldaten nach dem Absprung mit Blick auf Wüstenlandschaft Der freie Fall: Der Sturz ins Ungewisse verlangt mentale Stärke

Weitere Kurse im Rahmen der Fallschirmsprungausbildung sind der Sauerstoffkurs für Sprünge aus einer Höhe von über 4000 Metern, der Schwerlastkurs sowie die Fallschirmsprungkurse im Gebirge.

Jagdkommando-Soldaten führen außerdem Tandemsprünge durch, um Spezialisten wie Dolmetscher oder Ärzte in ein schwer erreichbares Gebiet zu bringen.