Tauchausbildung

Sie stehen auf kaltes Wasser? Vielleicht gleich für ein paar Stunden? Und wenn man die Hand vor der Tauchermaske kaum noch erkennen kann, dann geht es für Sie erst richtig los? Willkommen bei den Kampfschwimmern.

Kampfschwimmer im taktischen Einsatz

Jeder Soldat des Österreichischen Bundesheeres, der Taucher werden möchte, muss die Ausbildung beim Jagdkommando absolvieren. Beginnend mit dem 13-wöchigen Grundtauchkurs startet man in die Ausbildung zum Heerestaucher. Diese Ausbildung ist nicht vergleichbar mit einem zivilen Tauchschein. In den ersten drei Wochen wird das Freitauchen ohne Ausrüstung trainiert.

"Egal ob Hitze oder Kälte"

Tauscher springt in ein Loch im Eis Soldat springt ins Eisloch:
Ein Taucher des Jagdkommandos besitzt körperliche und mentale Stärke.

Die Soldaten müssen ein Gefühl für das Wasser entwickeln und sich wohl fühlen. Nach dem Freitauchen erfolgt die Ausbildung zum Presslufttaucher. Im Grundtauchkurs werden weiters Ausbildungsthemen wie Nachttauchen, Orientieren, Retten und Bergen ausgebildet. Als weiteres Thema steht das Strömungstauchen in der Donau auf dem Programm. Tieftauchen und Suchen & Bergen von Gegenständen bis 500 Kilogramm zählen ebenfalls zu den Fertigkeiten eines Heerestauchers. Da die Soldaten ihre Ausrüstung auch pflegen und die Flaschen selbstständig füllen müssen, lernen sie auch, Kompressoren und eine mobile Druckkammer zu bedienen. Im Zuge des Grundtauchkurses absolviert jeder Taucher etwa 80 Tauchstunden.

Nach dem Grundtauchkurs unterscheiden sich die Ausbildungsgänge für die Heerestaucher. Die Taucher der Pionierbataillone absolvieren den Pioniertauchkurs in der Dauer von neun Wochen und ergänzen ihr Wissen und Können mit der Ausbildung im Bereich Trennen und Schweißen.

Taucher mit Kettensäge Unterwasser Einsatz mit Kettensäge: Ein Pioniertaucher muss auch die Fähigkeit besitzen, einen Baustellenbetrieb Unterwasser zu führen.

Bei diesen Lehrgängen wird mit Hydraulikwerkzeugen gearbeitet. Bergen von Lasten bis zu fünf Tonnen muss auch beherrscht werden. Ein Pioniertaucher muss auch die Fähigkeit besitzen, eine Unterwasser-Baustelle zu erkunden und den Baustellenbetrieb zu führen. Zusätzlich muss er als Sicherheitsoffizier für das Tauchen einsetzbar sein. Die Ausbildung auf der Vollmaske mit Oberflächenversorgung rundet den Kurs ab.

"Tauchen bis zu 50 Meter Tiefe"

Taucher arbeitet Unterwasser mit einem Holzstamm Soldat in den Tiefen des Meeres: Panik ist hier fehl am Platz.

Beim Jagdkommando folgt nach dem Grundtauchkurs der Kampfschwimmerkurs. Zunächst lernen die Soldaten, sich unter Wasser mit einem Sauerstoffkreislaufgerät über einen längeren Zeitraum unerkannt an ein Ziel anzunähern. Zusätzlich gibt es beim Jagdkommando spezielle Geräte: Ein Unterwasserscooter oder ein Enterhaken mit Winde kann nur mit entsprechender Ausbildung eingesetzt werden. Und natürlich lernen die Teilnehmer die Fortbewegung auf der Wasseroberfläche, mit Schlauchbooten und Faltbooten.

Zusätzlich werden die Heerestaucher noch im Eistauchen, Unterwassersprengen und Tieftauchen bis 50 Meter ausgebildet. Diese Kurse finden in Seen und im Meer statt. Eine solche Tauchberechtigung muss jedes Jahr durch regelmäßige Praxis erhalten werden.